Bericht über den Kreidesee Hemmor und ein Fotoseminar in Rheinbach
Geschrieben von: Huppenberger Thomas   
Samstag, den 24. Oktober 2009 um 22:24 Uhr

Am Mittwoch den 21.05.08 brachen Torsten und ich gegen Abend auf ,eine Tour durch Deutschland zu beginnen. Da wir am Montag und Dienstag ein Unterwasser-Foto-Seminar in Rheinbach bei Bonn gebucht hatten, haben wir beschlossen die Gelegenheit, Bayern gen norden zu verlassen, zu nutzen und das verlängerte Wochenende am Kreidesee in Hemmor zu verbringen.

 

Kreidsee ÜbersichtsaufnahmeUnter Tauchern ist der Kreidesee immer wieder Gesprächsthema und beliebte Tauchdestination.
Einzig die weite Anfahrt von München aus, hat wohl bisher die meisten abgeschreckt, dort einmal zum tauchen zu gehen.

Hemmor liegt ca. 50 km südlich von Cuxhaven. Die Entfernung von München sind ca. 850 km. Die Fahrzeit beträgt aber „nur" zwischen 7 und 8 Stunden, weil man bis auf die letzen 30 km nur Autobahn fährt.

Der Kreisee selbst entstand weil dort bis ca. Anfang der 70er Jahre Kalkstein und Kreide im Tagebau für die Zementherstellung gewonnen wurde. Die dadurch entstandene Aushöhlung der Erde die damals eine Tiefe bis zu 120 m hatte, ist inzwischen mit Wasser vollgelaufen und nur noch gute 60 m tief.

Für Taucher ist der See deshalb so interessant weil es dort viel zu sehen gibt. Von Forellen, Rotfedern und Barschen in beachtlichen Größen (und gar nicht scheu) bis hin zu Krebsen und Unterwasserwäldern bietet der See eine interessante Flora und Fauna. Aber im Kreidesee gibt es noch andere Sehenswürdigkeiten die die meisten Taucher noch mehr reizen. Viele Bauten des ehemaligen Taugebaus sind noch im See vorhanden und können teilweise originalgetreu, teilweise etwas aufgepeppt betaucht werden.

Feuerwehrauto im KreidseeDer wohl bekannteste und beliebteste Spot im See dürfte der sogenannte „Rüttler" rein. Dabei handelt es sich um eine Art Trichter in den früher die LKW´s ihr Ladung hineingekippt haben und die Maschine durch rütteln die Kalk- und Kreidebrocken zerkleinert hat. Der Rütter befindet sich am Ende einer Brücke die auch noch erhalten ist und auf dem ein LKW (allerdings nachträglich) mit aufgeklappter Ladefläche postiert wurde. Der Lkw und die Brücke befinden sich auf einer Tauchtiefe von ca. 18 m. Erfahrene Taucher können aber auch am Rüttler noch tiefer tauchen. Dabei macht es besonders Spaß durch den Trichter des Rüttler nach unten zu tauchen wobei sich eine sehr mystische Athmosphäre einstellt. Auf ca. 36 m ist der Grund des Rüttlers. Dort kann man auch noch ein altes Gleis besichtigen auf der damals die Lore bewegt wurde mit der das Schüttgut abtransportiert wurde. Ausserdem sind am Grund auch noch einige ehemalige Meisterbuden zu bestaunen.

Kreidsee FliegerDer Rüttler ist aber bei weitem nicht das einzige Highlight des Sees. Es gibt dort auch noch Autos, Wohnwägen, und sogar ein Ultraleichtflugzeug zu besichtigen, dass mittels einer Boje freischwebende auf 20m im Wasser hängt. Daneben gibt es noch diverse andere „Kleinteile" wie Verkehrszeichen, eine Betonbombe und ein kleines Segelboot und vieles mehr.

Auch für Steilwandliebhaber bietet der See allerhand Gelegenheiten. Die Sichtweiten betragen meist 8 - 12 Meter. An Wochenenden mit starkem Betrieb kann sich dass allerdings auch schnell ändern. Das Wasser hat an der Oberfläche zwar eine Temperatur von ca. 14 Grad. Da sich das jedoch schnell ändert und man schon auf unter 10m nur noch 8 - 9 Grad hat und spätestens unter 20 m das Wasser konstant nur noch 4 -5 Grad hat, ist ein Trocki mit einem warmen Unterzieher und natürlich Kaltwasser taugliche Tauchausrüstung dringend zu empfehlen.

Um die Tauchspots bequem zu erreichen, bietet der See über 30 Einstiegspunkte die allesamt markiert und ausgeschildert sind.

Betonbombe KreidseeDies ist ein weiterer Punkt warum man als Taucher sofort vom Kreidesee begeistert ist. Die Logistik dort ist ausgezeichnet. Am Kreidesee ist man unter Gleichgesinnten. Vom OWD-Kurs über Sporttaucher, bis hin zu Tec-Tauchern und Apnoetaucher findet man dort Tauchbegeisterte aller Sparten.

Man kommt sich dort nicht als Fremdkörper oder unerwünscht vor. Man merkt einfach dass dort alles von Tauchern für Taucher gebaut wurde. Am See ist jeder Einstieg markiert, es gibt dort ausreichend Parkplätze meist in unmittelbarer Nähe des Einstieges. Auf den Parkplätzen gibtes viele Tische um dort seine Ausrüstung abzustellen, zusammen zu bauen und zum leichteren anlegen des Gerätes. Am Einstieg 1 kann man ganz bequem über die ehemalige Straße schräg ins Wasser hinein laufen wie am Strand. Zu den anderen Einstiegen kommt man über bequeme Treppen. Dort geht man meist von einer Plattform ins Wasser.

Alle Sehenswürdigkeiten sind an der Oberfläche mit einer Boje markiert und auch unter Wasser mit Kompasskurs oder natürlicher Navigation relativ leicht zu finden.

Sehr erfreulich ist auch das Umfeld am See. Es gibt dort natürlich eine Tauchbasis mit Füllstation (Tagesgenehmigung kostet 10,- € und Wochenendgenehmigung 27,50 €) , einen Kiosk und einen ausreichend großen Campingplatz. Besonders beeindruckend sind aber die dort vorhandenen Ferienhäusern in verschiedenen Größen. Bis zu 6 Leuten können dort sehr bequem und für den gebotenen Comfort preiswert wohnen.

Hemoor UnterkunftWir konnten uns einen Eindruck von der größt möglichen Unterkunft machen. Ein Ferienhaus für 6 Personen. Dies haben Sylvia und Andreas schon im Vorfeld gebucht und uns die Möglichkeit gegeben dort zu übernachten. Vielen Dank nochmal dafür. Es war wirklich ein sehr schönes Wochenende.

Im Erdgeschoss haben diese Häuser einen Wohnbereich mit Couch, Fernseher, SAT-Empfang, Stereoanlage und einer Küche in der kaum Wünsche offen bleiben. Vom Herd über Kühlschrank, Microwelle, bis hin zur Geschirrspülmaschine ist dort alles vorhanden. Sogar Wasserkocher und Toaster müssen nicht mitgebracht werden. Unnötig zu erwähnen, dass natürlich auch aussreichend Geschirr vorhanden ist. Nur Spültuch , Trockentuch und Spülmittel müssen naturgemäß mitgebracht werden. Ausserdem gibt es im Erdgeschoss noch ein Schlafzimmer mit Doppelbett sowie einen Trockenraum für die Tauchausrüstung. Was wieder einmal zeigt wie durchdacht dort alles ist. Ausserdem gibt es noch ein großes Bad mit „hauseigener" Sauna!!!

Im ersten Stock gibt es dann nochmal zwei Schlafzimmer mit getrennten Betten und gesondertem Bad. Dabei ist bei jedem Ferienhaus ein kleiner Gartenbereich mit Gartenmöbel und Trockenstangen für die Ausrüstung sowie ein Wasseranschluss mit Schlauch außen angebracht zu reinigen der Ausrüstung, sowie genügend Parkplätze direkt vor der Haustüre.

Dies alles hat dazu geführt, dass wir der Meinung sind, dass sich ein Besuch am Kreidesse trotz der langen Anfahrt auf alle Fälle lohnt.

Nach vier wunderschönen Tagen in denen auch noch der Wettergott mitgespielt hat, brachen wir dann am Montag morgen auf in Richtung Rheinbach bei Bonn. Im dortigen bekannten Indoor-Tauchzentrum und Erlebnisbad Monte Mare fand ein zweitägiges Seminar und Workshop für digitale Unterwasserfotografie der Fa. Aqualung (Sea&Sea) statt.

Am ersten Tag wurden uns Grundzüge und Tipps und Tricks der Digitalfotografie vermittelt. Vom Einstellen des Richtigen ISO-Wertes und der richtigen Blende über die Funktion eines Weißabgleiches wurde uns Grundwissen der Fotografie genau so vermittelt wie Besonderheiten der neuen Unterwasserkamera DX-1G von Sea&Sea die als Schulungsobjekt diente und hervorragend auf die Gegebenheiten unter Wasser ausgerichtet ist. Mit dem dazu verfügbaren Zubehör wird Fotografieren unter Wasser nicht nur zur Freude sondern regelrecht zu Sucht. Mann kann ständig neue Einstellungsmöglichkeiten ausprobieren und merkt danach sehr schnell den Fortschritt und die verbesserte Qualität der Fotos.

Die Praxis wurde nachmittags im ca. 10 m Tiefen Tauchbecken des Mote Mare durchgeführt. Dort gab es mit div. Unterwasserlebewesen aus Plastik, einem Boot, einer lebens großen Figur sowie einem Boot und vielem anderen genügend Objekte die neben den anderen Tauchern als „Models" dienten.

Am nächsten Tag wurden die Ergebnisse unsere Fotosession bessprochen, Verbesserungsvorschläge zu Einstellwerten, Verwendung von Zubehör und Tipps zur Bildgestaltung gegeben. Ausserdem wurde uns gezeigt, wie man sogar aus noch leicht verunglückten Bildern mittels Fotobearbeitungsprogramm ein gelungenes Bild machen kann.

Das Seminar hat auch dank der guten Seminarleitung und der Übungsmöglichkeit im Monte Mare sehr viel Spaß gebracht. Ausserdem haben wir viel über die digitale Unterwasserfotografie gelernt, was uns hoffentlich dabei hilft, euch in Zukunft noch bessere Bilder unserer Reisen und Ausflüge präsentieren zu können oder euch den einen oder anderen Tipp für eure eigenen Bilder zu geben.

Alles in allem war das sehr gelungene Tage und zur Nachahmung nur zu empfehlen.

 
PADI - Dive Center Aqualung Atomic CMAS - SUB Interessensgemeinschaft Tauchen in Bayern