Reisebericht Ägypten Januar 2010

Unser erste Tauchurlaub dieses Jahr führte uns vom 11.01. - 18.01.10 in das Taucher-Eldorado Ägypten. Perfekt war der Zeitpunkt. Mitte Januar als in ganz Deutschland der Winter mit seiner ganzen Gewalt zuschlug, machten sich 13 glückliche Menschen auf, um dem Schnee und der Kälte durch einen kurzen Aufenthalt in der Sonne Afrikas zu entfliehen.

So trafen wir uns am Montag am Flughafen München, wo nach problemlosem Einchecken des Gepäckes erst einmal ein (Abschieds-) Weißwurstessen im „Airbräu" stattfand. Nachdem wir uns so gestärkt hatten ging´s ab zum Flugzeug. Dort auf dem richtigen Sitz gelandet und schon im Reisefieber, mussten wir uns erst noch ein wenig gedulden. Der Wettergott hatte noch eine letzte kleine Prüfung für uns bereit. Wenn wir schon eine Woche keinen Schnee und kein Eis sehen zu brauchten, so mussten wir zumindest noch über eine Stunde im Flugzeug warten da das Fluggerät noch zum enteisen musste.

 

Danach ging´s auf in die Luft um gegen Abend bei guten 20 Grad (+)!!!! in Hurghada zu landen. Gern wurden dort nachdem wir unser Gepäck entgegengenommen hatten die Winterjacken verstaut und der noch in Gedanken in der Hand präsente Eiskratzer gegen eine Flasche Wasser gegen den Temperaturunterschied getauscht.

Mit einem Bus begann dann der Transfer in südl. Richtung zum ca. 150 km entfernten Hotel „Flamenco Beach" ca. 6 km entfernt von der Ortschaft El Qusier, der etwa 2 Stunden dauerte. Ein Stopp an einem anderen Hotel sowie diverse Bremshügel verlangsamten die Reise. Auch die Gewohnheiten der Ägypter beim Autofahren (nachts Licht aus und Lichtzeichen ohne erkennbares System) sorgen nach wie vor für Kopfschütteln und Rätselraten. Im Hotel wurden wir nach Empfang der Zimmerschlüssel noch zum Abendbuffet gebeten. Man hatte uns noch eine kleine Brotzeit aufgetischt. Da der Reisetag lang war, wurden danach sofort oder nach einem kurzen „Urlaubs-Bier" die Zimmer und somit die Betten aufgesucht.

Die Zimmer waren sauber und auch für unsere großen Tauchtaschen ausreichend groß. Alle Mitarbeiter im Hotel waren stets sehr freundlich und um das Wohl der Gäste bemüht. In der Hotelanlage gab es verschiedene Pools, eine Bar, einen Raum mit Kicker-Tisch und anderen Ablenkungsmöglichkeiten und diverse Möglichkeiten seine Freizeit ohne Tauchen zu verbringen. Unter Anderem konnte man arabisch sprechen oder kochen lernen. Für alle die aus einem anderen Grund gekommen waren, z.B. wir, gings am nächsten Tag nach einem leckeren, sehr vielfältigem und reichaltigem Frühstücksbuffet auf zur am Rand der Hotelanlage gelegenen Tauchbasis „Diving Flamenco", ein Ableger der diving.de Gruppe bei der wir schon mehrer schöne Tauchurlaube verbracht hatten. Ralf und Nicole von der Tauchbasis, die im Sommer durch die Leitung der Basis auf der kroatischen Insel Cres bekannt sind, sind im Winter nun für den reibungslosen Ablauf bei Diving Flamenco verantwortlich. Nach einer freundschaftlichen Begrüßung wurde in der Basis mit Logbuch und Brevets eingecheckt. Anschließend gab es ein Basis-Briefing durch Nicole. Sich an die Gepflogenheiten der Tauchbasis zu halten schien nicht schwer. Die Tagesabläufe waren einfach und sinnvoll aufgebaut, so das es auch für Tauchanfänger und Tauchbasenneulinge kein Problem war sich zurechtzufinden. Ansonsten hatten Ralf und Nicole, sowie alle anderen Mitarbeiter der Basis immer ein offenes Ohr für alle. Jeder erfüllbare Wunsch wurde uns nahezu von den Augen abgelesen. An der Basis gab es alle Annehmlichkeiten die man von einer guten Tauchbasis erwartet. Becken zum waschen der Ausrüstung, eine Tafel mit Überblickstafeln der Tauchplätze und wichtigen und interessanten Informationen darüber. Listen zum Eintragen für die Tages- und Halbtagestouren die mit Booten oder mit Autos stattfanden. Auch für das sehenswerte Hausriff konnte man sich zum tauchen in Listen eintragen. Weniger erfahrene Taucher wurden von einem Guide begleitet. Das diese erfahrene Taucher waren und die Tauchplätze gut kannten, konnten sie deshalb viele Sehenswürdigkeiten zeigen. Diese kleine Zusatzinvestition sollte sich also auf alle Fälle gelohnt haben. Auch gab es Duschen direkt an der Basis, Wertschließfächer sowie eine Ausrüstungsraum. Man bekam eine Kiste und einen nummerierten Platz zugewiesen. So dass man immer genau wusste, wo sein Tauchgerödel stand. Man musste sich nie einen Platz oder einen Kleiderbügel „erkämpfen".

Tauchsicherheit wird bei Diving Flamenco wie bei allen anderen Tauchbasen von diving.de groß geschrieben. Deshalb ging´s am ersten Tag zum 10 Autominuten entfernten Tauchplatz Abu Sawatir. Dort wurde ein kurzer Checktauchgang durch den Guide abgenommen. Maske abnehmen, Atemregler wieder erlangen und eine kleine Pivotierübung zum Überprüfen der Tarierfähigkeit. Dies alles dauerte nur wenige Minuten und ich finde die sind zur Erhöhung der Tauchsicherheit und zum Schutz der Korallen vor weniger talentierten Tarierkünstlern durchaus zu ertragen. Zumal der Tauchplatz für die durch den Check „verlorenen" Tauchminuten mehr als entschädigte. Gleich beim ersten Tauchgang sahen wir mehrere Blaupunktrochen, die uns bis in den Flachwasserbereich begleiteten (was den Platz auch für Schnorchler sehr sehenswert macht), sowie mehrere Rotfeuerfische und eine wahrlich riesige Muräne und viele anderen Unterwasserbewohner.

In den folgenden Tagen teilte sich die Gruppe meist auf und man nahm je nach Interesse an den Tages- bzw. Halbtagesausflügen teil. Jeder der zurück kam konnte von vielen tollen Beobachtungen unter Wasser berichten. Ein Highlight war wohl der Ausflug zum bekannten Tauchplatz Elphinstone. Leider musste man dafür um 5 Uhr morgens los fahren, was den einen oder anderen abschreckte. Als sie aber von den Erzählungen der Heimkommenden hörten dürfte sie dies bereut haben. Denn neben vielen anderen Sehenswürdigkeiten hatte die Gruppe an diesem Tag besonderes Glück und sie durften unter Wasser frei schwimmende Delfine beobachten.

Wenige Tage später war uns wohl ebenfalls das Glück gewogen. Am Tauchplatz Sheik Malik waren wunderbare Korallengärten mit all seinen Bewohnern zu sehen, das Highlight dürfte aber die Seekuh (Dugong) sein, die sich ab und zu dort aufhielt. Wenige Minuten dürften wir ihr zusehen wie sie wie ein überdimensionaler Staubsauger über die Seegraswiesen pflügt und frießt. Die anderen Taucher unseren Tauchgruppe an diesem Tag die von einer anderen Tauchschule waren, hielten sich nur wenige Minuten zu lange in den Korallengärten auf und verpassten so knapp die Seekuh die nach einem kurzen Luftstopp an der Oberfläche weiterzog. Um so gefragter waren anschließend die Fotos die Stefan von ihr unter Wasser gemacht hatte.

Wer kein Taucher war oder keine Lust zum tauchen hatte, konnte z.B. an einem Ausflug nach Luxor und ins Tal der Könige teilnehmen. Auch für Schnorchler waren fast alle Plätze einschließlich des Hausriffes sehr sehenswert.

Nach jedem Tauchtag traf man sich abends beim Buffet zum Abendessen. Das Buffet war ebenfalls abwechslungsreich und reichhaltig. So wurde zum Beispiel Pasta vor den Augen des hungrigen Gastes frisch zubereitet. Für die Qualität des Essens im Hotel dürfte auch sprechen, dass der berühmte „Fluch des Pharao" keinen von uns traf was für ägyptische Verhältnisse durchaus erwähnenswert erscheint.

Wer sich danach noch ein wenig die Zeit vertreiben wollte ging in die Ali Baba Bar. Dort wurde jeden Tag vom Animationsteam sowie von externen Gästen eine Show dargeboten. So durften wir vom Zauberer und Bauchtänzerin, bis hin zum Fakir und tanzenden Derwischen viele Künstler bewundern. Auch das Animationsteam gab ein paar selbst einstudierte Stücke zum besten, was für viel Gaudi und den einen oder anderen lockeren Spruch und viele Lacher sorgte. Versüßen konnte man sich die Darbietungen noch mit verschiedenen Getränken, z.B. dem einheimischen „Stella" ( ein durchaus trinkbares Bier) oder einer Wasserpfeife.

Wer dann immer noch nicht genug hatte konnte noch in der Urlaubsinsidern bekannten „Granada Disco" abtanzen oder ein Bierchen trinken. Platz zum tanzen gab´s dort aufgrund Nachsaison jedenfalls (leider) genug. ;-)

Nach einer sehr kurzweiligen Woche gab´s dann am letzten Abend noch eine „Sensation" für uns. Wir bekamen von den Einheimisch widersprüchliche Auskünfte darüber wie lange es nicht mehr geregnet hatte. Einig waren sie sich jedoch darüber dass es das erste mal seit mehreren Jahren war. Es gab also ein kleines Unwetter. Was dazu führte das Teile des Hotels und die Tauchbasis leicht durchnässt wurde. Was aber nicht so schlimm war. Wesentlich schlimmer war, dass das Meer die Küstenstraße nach Hurghada überschwemmt hatte, weshalb einige Stunden lang nichts mehr ging und sich ein Stau von El Qusir bis Hurghada bildete. Pünktlich nach dem Auschecken aus Tauchbasis und Hotel konnte aber unser Transferbus uns doch noch Zeitgerecht zum Flughafen bringen. Von wo uns der der Flieger wieder ins kalte Deutschland brachte.

Nicht nur weil wir dem Winter einer Woche lang entfliehen konnten wird der Urlaub wohl den Beteiligten in positiver Erinnerung bleiben. Dank an dieser Stelle an alle die dabei gewesen waren und für die positive Atmosphäre gesorgt haben. Ein besonderer Dank an unseren Torsten der die Reise im Vorfeld wieder einmal hervorragen organisiert und geplant hatte und so den Urlaub erst möglich gemacht hatte.

Euer Huppi

 
PADI - Dive Center Aqualung Atomic CMAS - SUB Interessensgemeinschaft Tauchen in Bayern