tsg mobile header

Searay 1040Nachdem am letzten Wochenende im August der lang erwartete Ausflug zum Planseecamp im Tirol anstand, kam ich einige Tage vorher noch in den Laden von Tauchsport Gläßer, um Kleinigkeiten für eben diesen Ausflug zu erledigen.
Ich befand mich gerade zusammen mit Torsten hinter dem Verkaufstresen, als der DHL-Fahrer das Geschäft betrat und uns ein kleines, handliches und eher unscheinbares Paket übergab.

An Torstens Gesichtsausdruck, der einem Kleinkind vor dem Christbaum kurz vor der Bescherung stark ähnelte, konnte ich sofort erkennen, dass hier ein besonderes Produkt den Laden erreicht hatte.

Nachdem das Paket ruck zuck offen war, griff Torsten hinein und beförderte etwas zu Tage, dass mich auf den ersten Blick glauben lies, dass Tauchsport Gläßer ein zweites Standbein im Bereich der Haushaltswaren aufbauen möchte. Pfeffermühlen? Was sollten wir denn damit?

Recht schnell wurde ich jedoch darüber belehrt, dass es sich hier keineswegs um eine neue Alessi-Designer-Mühle handelte, sondern um die neue Tauchlampe von Seatec, die Searay 1040.

Nach kurzem Herumhantieren mit der Lampe beschloss Torsten kurzerhand, mir selbige zum Testen mit an den Plansee zu geben.

Als ambitionierter Hobbyfotograf war ich natürlich sofort angefixt, als ich hörte, dass diese kleine, unscheinbare Lampe ein vollwertiger Slaveblitz sein soll.

Mit zahlreichem Zubehör ausgestattet, u.a. diversen Optiken, Winkelarmen usw., stockte ich also mein Reisegepäck für den Plansee auf.

Als wir schließlich im Camp ankamen, beschlossen wir kurzerhand, am gleichen Abend noch einen Nachttauchgang zu starten, um die Searay 1040 einem ausgiebigen Test zu unterziehen.

Ein kurzer Blick in die Bedienungsanleitung versprach, dass dies durchaus interessant werden könnte. Stand da wirklich Lichtleistung 850 Lumen? Das ist doch mal eine klare Ansage.

Die nur 14 cm lange und 380 Gramm leichte Lampe passte problemlos in die Jackettasche, natürlich gesichert mit einem Karabiner.

Als wir schließlich endlich im Wasser waren, war die Enttäuschung zunächst groß.
Die Lampe lies sich einfach nicht anschalten. Dabei hatte ich extra noch die Bedienungsanleitung gelesen und die Lampe geladen.

Einfach lange auf den hinten an der Searay 1040 angebrachten Einstellknopf drücken. So stand es auch auf der Lampe selbst.

Aber es tat sich nichts. Also noch mal fix raus aus dem Wasser, rein in die Hütte, Anleitung suchen. Und da stand dann auch was von „Flugsicherung". AHA! Knopf drücken UND Lampe um 90 Grad drehen. Gleichzeitig. Durchaus ein sinnvolles und geschicktes System, wenn man es denn kennt. Tat ich ja jetzt. Also schnell wieder rein ins Wasser.

Schaltet man die Seatec Searay 1040 unter Wasser ein, stellt sich für den Besitzer nur eine Frage. Warum schalten die anderen ihre Lampen eigentlich nicht ein? Ein Blick in die Runde gibt Aufschluss. Die anderen Lampen leuchten auch, aber sehen tut man nur den Lichtkegel der Searay.

Die Lichtleistung ist tatsächlich beeindruckend. Vor allem wenn man die Größe der 1040 bedenkt. Viele Backuplampen sind deutlich größer, als dieser Flutlichtstrahler.

4 unterschiedliche Schaltstufen bieten für jede Gelegenheit die richtige Dosis Licht. Bei absoluter Bewegungslosigkeit, also wenn die Lampe z.B. auf den Grund fällt, schaltet sie automatisch in den SOS-Modus und sendet so lange SOS-Impulse, bis der Akku leer ist.

Kurz und knapp sei gesagt, der Nachttauchgang bei absoluter Dunkelheit war mit der Seatec Searay 1040 ein echtes Vergnügen und, dank einer vom Hersteller angegebenen Leuchtdauer von 4 Stunden, auch kein kurzes. Der große Bruder, die Seatec Searay 2010 kommt sogar auf unglaubliche 8 Stunden.

Negativ empfand ich das absolut glatte Aluminiumgehäuse, dass das Halten der Lampe erschwerte, da diese immer wieder aus der Hand rutscht. Eine Handschlaufe, die einfach anzubringen ist, ist hier unerlässlich.

Das Laden der Lampe war sehr erfreulich. Ein externes Ladesystem macht ein Öffnen oder Zerlegen der Lampe unnötig, eine LED-Anzeige an der Lampe informiert über den aktuellen Akkuzustand.

Der für mich wesentlich interessantere Alltagstest bezog sich auf die Slaveblitzfunktion.

Ich schraubte also mit wenigen Handgriffen die Seatec Seary 1040 auf meine mitgebrachte Sea&Sea-Kamera und machte mich erneut auf, die berühmten Planseekrebse abzulichten.

Der Blitz, der völlig ohne Verbindung zur Kamera auskommt, löste erstaunlich schnell aus und brachte, dank der bereits beschriebenen Lichtleistung ein Höchstmaß an Ausleuchtung.

Es stehen Wechseloptiken mit 13 und 48 Grad zur Verfügung.

Abschließend kann ich sagen, dass die Seatec Searay 1040 eine absolut gelungene Neuerscheinung im Bereich der Taucherlampen darstellt. Nette Features wie automatische SOS-Funktion und zahlreiches Zubehör wie Tecgriff usw. machen die Lampe für Sporttaucher durchaus sehr interessant.

Warum habe ich mir noch keine gekauft? Die Frage lässt sich leicht beantworten. Der Preis. Der ist gesalzen. Die Searay 1040 kostet 499 Euro, liegt also im Bereich von Hartenberger, Kowalski und Co. Auch wenn der Preis mit Sicherheit nicht ungerechtfertig ist, aber ein Ferrari ist auch sein Geld wert, ich kann ihn mir aber trotzdem nicht leisten.

Kontakt
1000 Zeichen verbleibend