tsg mobile header

Suunto - Helo2Der HeloO2 arbeitet mit dem Ende der neunziger Jahre von Bruce R. Wienke entwickeltem Reduced Gradient Bubble Model (RGBM) [frei übersetzt – Reduzierte Diffusionsgradient für Mikroblasen]. Einem modernem Algorithmus zur Vorhersage gelöster und freier Gase im Gewebe und Blut von Tauchern.
Einfacher: Ab wann wirst Du zur Sprudelflasche. ;-)

Andre Suunto Modelle arbeiten seit vielen Jahren zuverlässig mit diesem Rechenmodell und die Basis ist 100% ausgereift.

Die wesentliche Neuerung des HeloO2 ist, dass erstmals das RGBM Dekompressionsmodell auch mit Helium-Geweben berechnet wird und der Tauch-Computer Trimix fähig ist.

Im Prinzip ist auch das keine Sensation, z.B. das GAP Deko-Programm für die Berechnung von Trimix TG's ist seit langem im Einsatz.

Im technischen Tauchen (= Tauchen mit Mischgasen) gibt es einen weiteren, weit verbreiteten Algorithmus zur Vorhersage gelöster und freier Gase im Gewebe und Blut von Tauchern, das Varying Permeability Model (VPM) [frei übersetzt –variierendes Gas-Durchlässigkeits-Model].
Rechner die Helium-Gewebe mit berechnen, wie der VR3 oder Deko-Programme wie V-Planeroder und Dekoplaner von GUE, sind schon länger auf dem Markt.

Beide Modelle dienen zur Berücksichtigung verschiedener Faktoren:

  • Berücksichtigung von Tauchaktivitäten an mehreren Tagen
  • Berechnung von Wiederholungstauchgängen in „kurzen" Abständen o Berücksichtigung von größerer Tiefe eines TG's im Vergleich zum vorhergehenden Tauchgang
  • Anpassung an schnelle Aufstiege, bei denen es zur (verborgenen) Bildung von Mikroblasen kommen kann
  • und das Wichtigste: Konsistenz mit den komplexen physikalischen Gesetzten der Gaskinetik.

Beide Modelle rechen in „Nuancen" unterschiedlich, berücksichtigen Deep Stops und führen aber insbes. bei Wiederholungstauchgängen u.U. zu unterschiedlichen Ergebnissen, mit der Folge dass man je nach Rechenmodell früher oder später seinen Tauchgang beenden kann.

Gerade bei anspruchsvollen dekompressionspflichtigen Tauchgängen sollte das Tauch-Team einem Modell folgen.

Suunto - Helo2Die Erste Entscheidung steht bei Dir an!
Will ich mit einem geschlossen Kreislaufgerät (Rebreather) tauchen? Wenn ja dann musst Du über einen VR3, VRx oder Liquision X1 (alle mit VPM-Deko-Rechen- Modellen) nachdenken und braucht nicht mehr weiter zu lesen.
Oder will ich mit einem offenen System, z.B. D12, D7 oder mit Singel-Flasche tauchen? Dann wird es für den HelO2 spannend.

Aus meiner Sicht ist der HelO2 auch für jeden ambitionierten Spottaucher interessant. Besonders für folgende Taucher oder die es werden wollen kommt der HelO2 in die engere Wahl:

  • Taucher die nicht mit baumelnder Konsole tauchen wollen
  • Taucher die Tauchgänge auch mal mit einer Dekompressions-Verpflichtungen machen / wollen.
  • Taucher mit einem DeepDiving-Brevet
  • Taucher mit Nitrox-Brevets
  • Taucher mit Advance-Nitrox-Brevets
  • Taucher mit Normoxic-Trimix-Bevets (TX 21/XX äquivalente Narkosetiefe (END) 30 Meter MOD 48 Meter bzw. IANTD END 39 Meter MOD 60 Meter)
  • Taucher mit Hyperoxic-Trimix-Brevets (TX kleiner 20/XX)

In der nahen Zukunft wird das, was in den letzten10 Jahren die Entwicklung in Richtung (Save-Air) Nitrox gebracht hat, jetzt in die Richtung Helium-Gemische gehen. Und zwar für die Helium-Gemische die noch ohne Bedenken an der Oberfläche geatmet werden können. Wie z.B. Trimix 21/35 [21% Sauerstoff, 35% Helium], das für den Tiefenbereich von 33 bis 45 Meter, nach Nitrox 32%, zum Einsatz kommen kann.

Also für Dich, der etwas mehr investiert aber ein up to Date Tauchcomputer mit super PC-Software wie Suunto Dive Manager (für die Übertragung und dem Auslesen Deiner TG's auf dem PC) und einem ordentlichen Suunto Dive Planer Programm (Deko-Programm) haben will.
Der HelO2 bewegt sich in der Klasse vom Uwatec Galileo, der kostet zur Stunde mehr und kann kein Trimix. Es gibt auch keinen Dive Planer dazu. Auch der Suunto D9 kann keine Helium-Gemisch-Gas-Berechnung. Also jetzt musst Du Dich wie ich, mit dem HelO2 auseinandersetzen.

Der Test:

Ausgepackt und die Gebrauchsanweisung in Ruhe ganz gelesen.

Bewertung Gebrauchsanweisung und Menüführung:
Sie ist in Deutsch, Sie ist verständlich und die Menüführung im HeliO2 ist wie bei meinem D4, halt Suunto.

Bewertung Software:
Super einfache Installation. (Ich bin kein IT-Crack)

Suunto Dive Manager Programm:
Seit meinem Cobra, den ich nicht mehr habe, liebe ich das Programm. Uwatec kommt ziemlich nahe dran, aber insbesondere das VR3 Programm kann überhaupt nicht mithalten.

Suunto Dive Planner:
Das wichtigste beim technischen Tauchen! Vor dem TG, diesen wirklich zu planen.
Überlebensregel No1: Ohne Plan kein Tauchen und tauche Deinen Plan.

Warum schreibe ich das hier. Der HelO2 ist so easy going, dass er geradezu dazu einlädt ins Wasser zu springen und mit Luft, Nitrox und sogar Heliumgemischen mal so rum zu blubbern. Das Teil ist ein super Mix-Gas Deko-Tauch-Computer, der einen sicher schell verleitet.
Bei Dekompressionstauchgängen, hat man bildlich gesprochen, eine fette Decke über dem Kopf, die erst verschwindet wenn man lange genug geatmet hat. Wann die Decke (Deko) kommt, wie lange sie bleibt und was man machen kann damit sie vielleicht schneller wieder verschwindet und letztlich ob mein Gas zum gemütlichen Abwarten und Fische gucken reicht muss ich halt vorher planen.

Der Planer ist ähnlich aufgebaut wie die GAP Deko-Software. Vorteil sie ist „abgespeckter" daher intuitiver erlernbar und einfacher. Es gibt wirklich nur das wesentlichste was man eingeben und beachten muss. Für mich ist die Umstellung von der V-Planer Deko-Software zum Suunto Dive Planner vergleichsweise von MS XP auf Vista. Mein erster Eindruck, grundsolide und sehr ausgereift.
Wer mehr will kann sich noch zusätzlich die GAP Mixedgas Deko-Software leisten. Ich persönlich würde mir für das Geld den Sender zum HelO2 leisten.

Zusammenfassend beide Software-Pakete: Gut und solide.

Bewertung Tauchen mit dem Helo2:

Ablesbarkeit: Gut.
Auch mit Alters-Sehschwäche + 2.0 ohne Lesebrille ablesbar. Bei Uwatec's Galileo keine Chance. Für den VR3 habe ich mir optische Linsen in die Maske setzen lassen, was Taucher nicht so alles macht. ;-)

Erster TG:
Plan 50 Meter, 20 Min Grundzeit incl. Abstieg, Bottom-Gas TX 21/35, Travel-Gas NX 32%, Deko-Gase NX 50% und O2. Am Starni 584 Höhenmeter.

Planung:
Hier wird der Unterschied zwischen den Deko-Programmen deutlich.
V-Planer Sicherheit +4 (ist sehr hoch) 600 Höhenmeter. Der Tauchgang wäre gem. der Planung nach 52 Minuten beendet.

Dieser TG ist mein Übungs-TG und ich kann die Run-Time im Schlaf und dieser TG ist ein guter Vergleichs TG mit 4 Gaswechseln und einem Rückwechsel auf das Bottom-Gas.

Der Suunto-Deko-Planer ergibt folgende Vergleichswerte:
Sicherheit P2 / Höhe A1 300-1500 Höhenmeter. Der TG wäre nach 82 Minuten beendet.

Auf der Sicherheitstufe P-1 (Langjährige Erfahrung, mehrere TG's in jüngster Zeit -vergleichbar V-Planer Sicherheit +4) / Höhe A1 wäre der TG nach 69 Minuten beendet.

Was in der Planung deutlich wird, die Suunto-Planung [A1 300 bis.500m] erfolgt tendenziell eher auf 1.500 Höhenmeter.

Neben ca. 15 Vergleichsplanungen, deren Ergebnisse ich Dir ersparen will nur die End-Planung:
Sicherheit P-2 / Höhe A0, 0-300 Höhenmeter, danach wäre der TG nach 57 Minuten beendet.

Fazit: Das Deko-Programm arbeitet mit konservativen Prämissen. Es braucht etwas mehr Gas, ist aber sicher gut für die Gesundheit.
Was mir nicht gefällt, ist der Ausdruck der Run-Time. Ich vermisse die Min. Stopp- Zeiten auf den einzelnen Deko-Stufen. Das soll aber bitte jeder mit den Anlagen im Anhang selber vergleichen und für sich beurteilen.
Mir gefällt es nicht, dass ich aus der Run-Time die Stop-Zeiten errechnen muss. Nur mit einer bis zu zweiseitigen Run-Table habe ich keinen wirklichen Backup.
Vgl. die Ausdrucke in der Anlage Überspielen der Einstellungen der Planung auf den HelO2.
Das ist super einfach. Das Praktische, die geplanten Gase und die persönlichen Grundeinstellungen aus dem Deko-Planungs-Programm werden übernommen. Es entfällt das lästige Einstellen der jeweiligen Gase auf dem Computer. Das ist super!

Wichtig bei der Gasplanung muss die Reihenfolge in der die Gas-Gemische eingesetzt werden exakt eingestellt werden.

Zum Beispiel:

Mix 1: Primary = Travel Gas NX 32
Mix 2: Primary = Bottom Gas TX 21/35
Mix 3: Primary = 1. Deko Gas NX 32
Mix 4: Primary = 2. Deko Gas NX 50
Mix 5: Primary = 3. Deko Gas NX 100 O2

Bei Erreichen des PO 2 Wertes der entsprechenden Tauchtiefe fordert der HelO2 zum Gaswechsel auf. Diese Aufforderung kommt nur, wenn das jeweilige Gas als Primary und in der richtigen Reihenfolge eingegeben wurde. Secondary Gase werden von Hand angewählt. Secondary Gase werden erst in die Deko-Berechnung mit einbezogen, wenn sie ausgewählt wurden. Daher empfiehlt sich den HelO2 mit „Primary" Gaseinstellungen zu tauchen, da nur so die Gase in die aktive Deko-Vorplanung während des TG's mit einbezogen werden.

Der HelO2 unter Wasser

Was soll ich sagen? Wer einmal einen Suunto getaucht hat kommt sofort auch mit dem Hel02 klar. Das ist wirklich super und bringt Dir gleich eine hohe Sicherheit, da nicht eine „neue" Menüführung erlernt werden muss.
Wer noch nie einen Suunto getaucht hat, beherrscht die gute Menüführung und Tauchgangsanzeigen ratz fatz.
Bei Uwatec oder dem VR3 habe ich da wesentlich länger gebraucht.
Dafür gibt es ein dickes PLUS.
Die Ablesbarkeit ist gut. Auch in großen Tiefen ist die Hintergrundbeleuchtung gut und ausreichend.

Und der Gaswechsel?
Ist einfach! Selbst wenn man nur unterschiedliche Nitrox Gemische z.B. NX 32 und NX 50 für die Deko-Beschleunigung taucht oder evt. später einmal tauchen will, ist der HelO2 erste Wahl.

Der zweite Tauchgang
Starni 15 Minuten auf 75 Meter.
Gase: 1. Travel TX 25/36; 2. Bottom TX 15/55; 3. 1.Deko-Gas TX 25/35, 4. 2.Deko- Gas NX 50, 5. 3.Deko-Gas O2 und jeweils vor dem Deko-Gaswechsel, Rückwechsel auf das Bottom-Gas. Mit anderen Worten, etwas Arbeit, damit es beim Aufstieg und der Deko nicht langweilig wird.

Ich hatte eine Backup Runtime dabei aber der HelO2 brachte mich gut und sicher wieder an Land.

Auch bei komplexeren Tauchgängen leistet der Suunto HelO2 gute Dienste.

Das Fazit:
Ich kann den HelO2 guten Gewissens empfehlen. Man bekommt eine sogar Trimix fähigen Tauchcomputer mit einem guten Softwarepaket für Planung und Dokumentation zum Preis eines gehoben Nitrox- Tauchcomputers, der aber nur mehrere Nitrox-Gase berechnen kann.

Viel Spaß beim Tauchen! Euer Andreas

Kontakt
1000 Zeichen verbleibend