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Basisinformationen

Anspruch:
AOWD
Tiefe:
60 Meter
Temperatur:
Winter 4 °C, Sommer 19 °C
Sichtweite:
Gut bis sehr gut
Fauna:
Saiblinge, Binnenlachse, Forellen, Zander, Barsche
Nachttauchen:
Ja
Eistauchen:
Nein
Infrastruktur:
Toiletten, Campingplatz, Füllstation, Notrufsäulen, Tauchplatzkarten, Packtische
Parkmöglichkeiten:
Direkt am See
Tauchgenehmigung:
Erforderlich

Der Kreidesee Hemmoor zwischen Cuxhaven und Stade liegt nicht direkt in unmittelbarer Nähe zu unserer Tauchschule in München Feldmoching. Da wir dort aber schon sehr viele schöne Wochenenden und damit verbunden herrliche Tauchgänge verbracht haben, soll er hier nicht unerwähnt bleiben.

Nach 850 km und 7 ½ Stunden ist das dritttiefste Gewässer Norddeutschlands erreicht. 117 Jahre lang wurde hier Kreide abgebaut, die der Zementproduktion diente. Heute zieht der Kreidesee Taucher aus ganz Deutschland (wie z.B. die Truppe von Tauchsport Gläßer) an. Ursprünglich hatte der See eine Tiefe von 130 Metern. Nachdem er mit Trümmern und Bauschutt aufgefüllt wurde, liegt seine Maximaltiefe heute bei 60 Metern.

In dem meist kristallklaren Wasser sind Sichtweiten von 10 – 20 Metern die Regel.

Vor Ort finden sich große Tauchplatzkarten, in denen die Einstiege beschrieben sind.

Der Einstieg E0 erfolgt über eine schwimmende Plattform, einen Ponton.
Wer hier sofort abtaucht stößt auf eine Röhre, in der man seine Tarierfertigkeiten perfektionieren kann. Dieser Tauchplatz lockt Taucher in erster Linie durch das Flugzeug Piper 28, das in 10 Meter Wassertiefe frei im See „fliegt". An der Oberfläche ist die Piper mit einer Boje markiert. Anpeilen vom Einstieg aus nicht vergessen.

Die Piper 28 gehörte einst Alan Shepard, dem ersten US-Amerikaner im Weltall, der als fünfter Mensch den Mond betrat.

Viele Geschichten ranken sich um den heutigen Piloten, einem Skelett, und seiner Fracht, einer Pistole, Geldsäcken, einem Koffer und einem Funkgerät.

Rechterhand der Piper 28 stößt man auf den „Grubenrand" von dem aus ein Steilhang hinab auf 50 Meter führt.

Der Einstieg E1 führt bequem über die alte Straße in den See. Hier lohnt es sich, bereits den gepflasterten Weg genauer zu betrachten. Nachdem man auf 6 und 9 Metern die Übungsplattformen passiert hat, stößt man automatisch auf das Segelboot, das bei 12 Metern liegt. Das Schiff ist komplett aufgetakelt und in sehr gutem Zustand. Unmittelbar rechts vom Segelboot bilden Bäume und Äste einen Unterwasserwald, der vielen Fischen ein Versteck biletet und bei richtigem Einfall der Sonnenstrahlen ein sehr schönes Spektakel und Fotomotiv darstellt.
Dieser Einstieg ist sowohl für Anfänger, als auch für Nachttauchgänge sehr gut geeignet.

Vom Einstieg E2 aus bringt den Taucher ebenfalls eine Plattform in den Kreidesee. Man landet hier direkt im Unterwasserwald und kann diesen linksherum Richtung Einstieg E1 bzw. rechts herum in Richtung Rüttler erkunden. Auf einer Tiefe von 22 Metern stößt man auf ein Betonschüttsilo, eine sogenannte „Betonbombe", die an der Oberfläche mit einer Boje markiert ist.

Hier wollen sie alle hin und die Unterwasserbilder von Einstieg E3 kennt wohl jeder, der sich schon mal mit dem Kreidesee Hemmoor befasst hat. Hier befindet sich der Rüttler.
In 32 Meter Wassertiefe, am Ende der alten Pflasterstraße steht dieses 12 Meter hohe Betongebäude, das damals zur Separierung der Steine diente, indem es diese durchrüttelte.
Auf der Oberseite steht ein sehr gut erhaltener Mercedes Atego LKW mit Kipperaufsatz. Hier wurde der Arbeitsalltag im Kreideabbau nachgestellt, der Kipper ist aufgestellt, als würde er seine Ladung gerade in den Rüttler entleeren.

Den Teil der alten Industrieanlage zu betauchen ist ein faszinierendes Erlebnis. Insbesondere im Inneren des Rüttlers ist jedoch Vorsicht geboten.
In den unterirdischen Gängen finden sich neben Werkzeugbänken und Schränken auch Werkzeuge und Ersatzteile.

Mit die besten Sichtweiten hat meist der Einstieg E4 zu bieten. Leider ist hier ein etwas längerer Fußmarsch erforderlich, bis das Ufer erreicht ist.
Über Seegraswiesen erreicht man hier auf ca. 14 Metern die Motorsegelyacht. Das Boot steht aufrecht und ist bereits an der Oberfläche mit einer Boje markiert. Das Hinterteil ragt über die Abbruchkante hinaus in den See.
Gute 20 Meter weiter, auf ca. 25 Metern liegt der erste Wohnwagen. Bei 37 Metern Wassertiefe stößt man auf den zweiten Wohnwagen.

Der Tauchplatz am Einstieg E5 bescherte unserer Gruppe von Tauchsport Gläßer die schönsten Tauchgänge. Die Sichtweiten sind hier oft sehr gut, was nicht zuletzt daran liegt, dass der Einstieg ziemlich abseits liegt und man auch hier ein gutes Stück zu Fuß unterwegs ist.
Die Fischzucht befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft. Vielleicht hatten wir deshalb hier sehr viele, teils sehr große Fische zu bestaunen.

Unter Wasser bietet sich dem Taucher ein imposantes Geröllfeld und eine Steilwand, die bis auf 55 Meter abfällt. Es empfiehlt sich hier, mit der linken Schulter am Ufer gemütlich auf Tiefe zu gehen und Augen und Lampe in die vielen kleinen Höhlen zu richten. Zum Austauchen mit der rechten Schulter am Ufer langsam wieder nach Oben gehen.

Besonderheiten

Tauchgenehmigungen sind vor Ort erhältlich.
Ein redundantes System ist vorgeschrieben.

Am Kreidesee 48,21745 Hemmoor,Deutschland
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